"Zwei Wissenschaftlerinnen gründeten
Speziallabor / Preis für GeschäftsideeWiesbaden (son)
- Seit Monaten ist der 'genetische Fingerabdruck' in der Diskussion,
vor allem bei der Verfolgung von Sexualstraftätern. Denn der
genetische Fingerabdruck ermöglicht die zweifelsfreie Identifizierung.
Durch die Vervielfältigung bestimmter Abschnitte der Erbinformation
(DNA) erhalten Wissenschaftler ein Muster, das für jeden Menschen
einzigartig ist.
Dabei sind die Einsatzmöglichkeiten des genetischen
Fingerabdrucks weitaus vielfältiger, gehen über die strafrechtliche
Relevanz hinaus. Hier setzt das neugegründete 'I.D. Labor für
DNA-Analysen' mit Sitz im Wiesbadener Industriepark Kalle Albert
an, das in dem Sektor eine Marktnische für sich entdeckt hat.
Die Molekularbiologin Dr. Kirsten Thelen und ihre frühere Studienkollegin
Dr. Angelika Lösch haben das Labor aufgebaut. Für die
Unternehmensidee wurden die beiden Naturwissenschaftlerinnen bereits
ausgezeichnet: Sie siegten beim Existenzgründerwettbewerb des
Wirtschaftsmagazins 'DM'.
Ein Standbein ihrer Arbeit sollen Vaterschaftstests
sein. Die Gründe, warum ein solcher Test erforderlich ist,
seien vielfältig, sagt Thelen. Unsicherheiten und Zweifel an
der Vaterschaft träten nicht selten auf, wenn Eltern sich trennten
und in der Folge über Sorgerecht und Unterhalt streiten. Plötzlich
bezweifele der Mann, tatsächlich der biologische Vater zu sein.
Oder für eine Frau sei eine flüchtige Bekanntschaft nicht
ohne Folgen geblieben, erklärt die 37jährige.
Eltern, die diese Unsicherheiten außergerichtlich
beseitigt haben wollen, können sich an das I.D. Labor wenden.
Damit lassen sich Anwalts- und Gerichtskosten sparen. Auch ist eine
solche private DNA-Analyse günstiger als die eines gerichtlich
bestellten Gutachters. ...
Das Verfahren ist für Eltern und Kinder schmerzfrei.
Daheim oder beim Arzt wird einfach mit einem Wattepad etwas Mundschleimhaut
abgestrichen und an das Labor geschickt. Dort analysieren die beiden
Biologinnen die Probe. ... Nach einigen Tagen steht das Ergebnis
fest, das Thelen und Lösch dann ausgewertet zurückschicken.
Ähnlich verläuft das Verfahren beim zweiten
Standbein in der Arbeit des Gen-Labors, der Qualitätskontrolle
und -sicherung. Damit will das Wiesbadener Labor Forschungsinstitute
und biotechnologische Unternehmen ansprechen, die sich mit zellbiologischen
und gentherapeutischen Ansätzen etwa bei Krebserkrankungen
oder Verbrennungen beschäftigen. ..." |