Eine Agentur findet heraus, ob Väter
wirklich Väter sind - mit dem Ergebnis zu leben, fällt
vielen Kunden schwer
"Albert hatte die Tochter seines Freundes nur ein
paar Mal gesehen und sich nichts weiter dabei gedacht. Ein großes,
starkes Ding von acht Jahren, blonde Haare, Locken. Sein Freund
war stolz auf das Mädchen. Während die anderen im Garten
standen, drehte Martin am Grill die Würste um, Albert beobachtete
das Kind, wie es zwischen den Gästen mit einem Glas Limonade
in der Hand umherlief. Martins Frau stand etwas abseits, blickte
mit verkniffenem Mund von ihrem Weinglas zu Martin und wieder zurück,
und als ihr Mann das Kind scholt, sagte sie, weinschwer: "Schimpf
nur. Es ist eh nicht deins."
Am nächsten Tag wählte Martin von Salzburg
aus eine Nummer in Wiesbaden, Deutschland. Kurz darauf erreichte
ihn ein Umschlag, darin: sterile Wattestäbchen, Etiketten,
ein Vertrag, eine Testanleitung. ... Das Testergebnis ... kam. "Die
Vaterschaft ist praktisch ausgeschlossen." ...
Angelika Lösch, Biochemikein, und Kirsten Thelen,
Molekularbiologin, haben die Wahrheit zum Geschäft gemacht.
Mit privaten Vaterschaftstests sorgen sie im Wiesbadener "I.D. Labor
für DNA-Analysen" ... für Umsatz....
Angelika Lösch sagt: "Wir glauben einfach, dass
jeder das Recht hat zu erfahren, ob seine Kinder tatsächlich
seine sind. Und die Nachfrage sei da. Der Slogan (Ganz der Papa?
Anm.) sei provokativ, sicher, aber die Ängste seien doch real....
Durchschnittlich jedes zehnte Kind, so der britische
Sexualforscher Robin Baker, stammt nicht vom vorgesehenen Vater.
Das geht aus einer Studie hervor, in der 25 Jahre lang das Fortpflanzungverhalten
von 10 000 europäischen und amerikanischen Familien untersucht
wurde. Nur regional gibt es leichte Abweichungen. So stammt in der
Schweiz nur jedes hundertste Kind aus einem fremden Bett, im Südosten
Englands ist es jedes dritte...." |